Schottische Highland Idylle und der Wester Ross Coastal Trail

Kann uns bitte irgendjemand mal ordentlich kneifen? Sollte das hier kein Traum sein, dann scheinen wir wohl gerade im idyillisten Ort der Welt gelandet zu sein. Nach der grandiosen Isle of Skye Rundfahrt, die wir mit der Wanderung zum Old Man of Storr abschlossen, kehrten wir am selben Tag noch auf das schottische Festland zurück und wollten uns in Plockton eine Unterkunft für die Nacht suchen.

Duirinish und Plockton – Eine Ladung Idylle gefällig?

Kurz bevor wir bei unserm auserkorenen Ziel Plockton ankamen, mussten wir einen aprupten Stopp einlegen. Wir standen Mitten in der winzigen Ortschaft Duirinish und sahen ein paar schottischen Hochlandrindern auf der grünen Wiese beim Grasen zu. Daneben floss ein Bächlein hindurch, im Hintergrund eine alte Steinbrücke, ringsum die tollen schottischen Häuser mit den Kaminen zu beiden Seiten und ganz langsam, traute sich ein gerademal ein paar Tage altes, grau befelltes Kälbchen, hinter einem Schuppen hervor. Wenig später kam auch noch sein 2 Wochen älterer, schon richtig zotteliger, Artgenosse zum Vorschein. Die Sonne schien und kein Lüftchen wehte, in diesem Moment konnte es gar nicht schöner sein.

Die Hochlandrinder zogen langsam zur nächsten Wiese weiter und so konnten wir uns endlich losschweisen und in das fünf Minuten entfernte Plockton fahren. Auch hier fanden wir es einfach nur reizend und wunderschön. Der kleine Ort liegt toll am Loch Carron, Boote ankern am Ufer, auf der gegenüberliegenden Seite liegt das Duncraig Castle und überhaupt sieht es hier schlicht so aus wie in einem Bilderbuch.
Da gerade eine Hochzeit stattfindet, sind alle Unterkünft restlos ausgebucht wie wir schnell herausfinden. Dafür sehen wir jede Menge Männer in Schottenröcken umherlaufen und als sich die Hochzeitsgesellschaft in Bewegung setzt, wird sie von einem Dudelsackspieler angeführt. Oh Mann, will uns Schottland heute mit allen Mitteln von sich überzeugen? Das Land hat wohl die ganz große Idyllekeule ausgepackt.

Die Unterkunft in Duirinish

Es bleibt uns nichts übrig, wir fahren nochmal ein Stück die Straße zurück, sehen immer nur Schilder mit „NO Vacancies“ vor den Bed & Breakfasts hängen und landen schließlich wieder in Duirinish. Dort finden wir noch ein freies Zimmer im B&B Tigh-Arran und hey, der Hausherr ist auch der Besitzer der Hochlandrinder, die heute Mitten im Ort gegrast haben. Das Zimmer ist schön und groß und die Aussicht auf das Meer und auf die Isle of Skye ist einfach fantastisch. Super hier und das WiFi ist auch ok.
Für die Nacht mit Frühstück haben wir 70 £ (€ 78) bezahlt.

Für den Abend reserviert uns der Besitzer vom B&B noch einen Tisch im Plockton Inn in Plockton, wo wir ein herrliches Dinner haben. Es gibt Monkfish in Rohschinken gewickelt, Steak mit Pfeffersauce und zum Abschluss ein sündhaft gutes Schocko-Karamell Dessert. Ok Schottland, du hast uns endgültig rumgekriegt.

Über den Gebirgspass Bealach na Bà nach Applecross

Am nächsten Tag, kurz bevor wir aufbrechen, quatschen wir noch etwas mit der Besitzerin vom B&B. Ob es hier immer so windig ist, wollen wir von ihr wissen. Beim Raustragen des Gepäcks bläst uns bereits eine steife Brise um die Ohren. Mitte Mai hört das mit dem Wind auf, dafür kommen dann die Midges, kleine Mücken, und zerstechen einen. Da entscheidet man sich definitiv lieber für den Wind, erzählt sie uns. Na dann, Wind haben wir anständig und so setzten wir die immaginären Segel und nehmen Fahrt auf. Über eine Singletrack Straße geht es der Küste entlang, bis wir am Fuße des kurvenreichen Bealach na Bà Pass stehen. Hier geht es nun in engen Haarnadelkurven, mit einer Steigung von bis zu 20%, auf eine Höhe von 626 Metern rauf. Oben wird man dann mit einer tollen Aussicht auf das Loch Kishorn und die Straße, die sich auf den Berg windet, belohnt. Auf der anderen Seite gelangt man dann in die Ortschaft Applecross.

Der Wester Ross Coastal Trail

In Applecross beginnen wir dann unsere wunderbare Fahrt auf dem Wester Ross Costal Trail. Die Straße schlängelt sich herrlich an der Küste entlang und kaum zu glauben, kommen wir an einem weißen Sandstrand vorbei. Wäre es nicht so kalt, könnte man glatt den Spung ins Wasser wagen.

Eine Herde Hochlandrinder versucht uns mit einer Straßenblockade am weiterfahren zu hindern. Wir haben kein Problem damit, steigen aus dem Wagen und fotografieren die hübschen Blockierer eben. Es macht einfach mega Spaß die großteils einspurige Strecke zu fahren, auch weil man so wenige andere Autos hier kreuzt.

Dann geht es durch das Beinn Eighe National Reserve, das erste und somit älteste Naturschutzgebiet Englands.
Wir durchqueren alte Wälder und hohe Berge türmen sich auf. Im Naturparkhaus machen wir kurz Halt und gehen eine Runde im Wald und sehen uns die dortigen Infos zu Flora und Fauna an.

Die Unterkunft in Gairloch

Am Ende des Tages landen wir in Gairloch, das wunderschön am Meer gelegen ist. Heute klappt die Suche nach einer freien Unterkunft auf anhieb und so verbringen wir die Nacht im Newton House B&B. Das Zimmer ist gemütlich und sauber mit schönem Bad. WiFi läuft sehr gut und vom Fenster aus blickt man hinunter auf das Meer. Die Besitzerin sagt uns, dass es hier keine Schlüssel gibt, die Türen sind einfach immer offen und man kann rein und raus wie man will. Herrlich.
Die Nacht kostet 70 £ (€ 78), natürlich mit Frühstück.

Ein wiedermal super Tag geht zu Ende und nachdem wir im örtlichen Bistro zu Abend gegessen haben, sahen wir uns noch den tollen Sonnenuntergang an. Heute hatten wir sogar Temeraturen bis zu 17°C. Nur der Wind müsste endlich mal aufhören. Mit den Midges würde wir es schon aufnehmen.

4 comments on “Schottische Highland Idylle und der Wester Ross Coastal TrailAdd yours →

    1. Hallo Alex,
      wir waren für 17 Tage, von Ende April bis Anfang Mai, in Schottland.

      Liebe Grüße,
      Judith und Alex

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