Loch Ness – Von Monstern, Burgen und Schottlands schottister Stadt

„I’m still standing better than I ever did. Looking like a true survivor, feeling like a little kid“.

Aus den Boxen in der Küche des B&Bs schallt uns laut Sir Elton John entgegen. Der Gastgeber legt sich voll ins Zeug und singt inbrünstig mit: „I’m still standing after all this time. Picking up the pieces of my life without you on my mind“.

Wir sitzen am Frühstückstisch und kommen nicht umhin unsere Füße im Takt mitwippen zu lassen, während die beiden Herren gemeinsam in der Kochstube den Refrain schmettern: „I’m still standing (Yeah yeah yeah) / I’m still standing (Yeah yeah yeah)“.

Wir haben die North Coast 500 verlassen und sind in der kleinen Ortschaft Drumnadrochit gelandet. Als jemand der Schottland zum ersten Mal bereist, wollten wir natürlich nicht das berühmteste aller schottischen Lochs auslassen. So sitzen wir nun gemütlich bei Bacon, Mushrooms, Ei und Tee am reichlich gedeckten Tisch und stärken uns für die bevorstehende Schiffsfahrt auf dem berüchtigten Loch Ness.

Die Unterkunft am Loch Ness

Eine Nacht verbringen wir im B&B Greenlea in Drumnadrochit unweit vom Loch Ness entfernt. Wir hatten ein gemütliches Zimmer mit eigenem Bad und Blick auf den Garten. Sauber und schön, dazu noch schnelles WiFi.
Kostenpunkt pro Nacht 80£ (€ 90) mit Frühstück.

Kurort Strathpeffer

Tags zuvor, auf der Fahrt zum Loch Ness, haben wir noch in dem ehemaligen Kurort Strathpeffer einen Zwischenstopp eingelegt. Dort finden sich viktorianische Bauten und Grand Hotels. Ganz nett um sich die Beine zu vertreten, muss man aber nicht unbedingt gesehen haben.

Drumnadrochit

Die Ortschaft ist ideal für einen Ausflug zum Loch Ness. Mitten im Zentrum gibt es einen Parkplatz und ein Infocenter, dort haben wir uns die Tickets für eine Bootsfahrt geholt. Mit dem Touranbieter Nessieland und für 15£ (€ 16,50) pro Person, werden wir uns morgen auf die Suche nach dem Monster von Loch Ness begeben.

Am Abend lassen wir uns im Fiddlers Highland Restaurant köstliche Burger schmecken. Die Nachspeise, Whisky Törtchen mit Sahne und Eis, ist wiedermal verboten gut. Das dazugehörige Glas Whisky kriegen wir fast nicht runter. Das fällt auch der Kellnerin auf, die uns lächelnd ein Glas Wasser mit Pipette bringt. Damit kann man den Whisky abschwächen und irgendwann, nach viel Pipettieren, haben wir das Mischverhältnis auf trinkbar reguliert. Vergebt uns das Gepansche aber Whisky ist einfach nicht unser Getränk.

Loch Ness Bootstour

Morgens 10:00 Uhr. Wir stehen beim Nessieland, einem in die Jahre gekommenen Souvenirladen und „Museum“. Mit dem Minibus geht es runter zum 5 Minuten entfernten Hafen und dort heißt es Anker lichten, wir stechen in See. Wie sich gleich rausstellt sind wir in guten Händen. Unser Kapitän ist der, der momentan am längsten Loch Ness befährt, ganze 45 Jahre. Vor 8 Jahren hat er zum letzten Mal Nessi gesehen und im Jänner dieses Jahres wurde es zum letzten Mal gesichtet.
Wir stehen auf der Hinterseite des Schiffes und halten Tapfer Ausschau nach dem mysteriösen Wesen das hier leben soll. Nicht ganz einfach, Loch Ness ist ganze 36 km lang, 230 Meter tief und die Sicht im Wasser ist gleich Null.
Die Bootstour macht trotzdem Spaß, alleine die Erzählungen des Kapitäns sind herrlich und das geniale Wetter noch dazu.
Es geht dann noch an der Burgruine Urquhart Castle vorbei und nach 45 Minuten ist die Tour vorbei.

Falls of Bruar Wanderung

Unser Gastgeber, der so innig mit Sir Elton John mitsingt, gab uns zwei Tipps bei denen wir unbedingt einen Stopp einlegen sollten, auf unserem Weg nach Edinburgh. Zum einen gibt es die Falls of Bruar und zum anderen die schottische aller Schottischen Städte im Land, nämlich Pitlochry. Die könnte glatt auf einer Butterkeksdose abgebildet sein.

Die Falls of Bruar befinden sich hinter einer noblen Shoppingmall, dem House of Bruar und etwa 18 km vor Pitlochry.
Die ca. 2,4 km lange Rundwanderung ist richtig toll. Es geht durch einen Wald, über ansehnliche Steinbrücken die über Wasserfälle führen und am Fluss entlang. Es ist so warm heute, wir müssen direkt unsere Jacken ausziehen.
Für den Loop braucht man etwa 50 Minuten, der Weg ist gut gemacht, man kann ihn auch in Turnschuhen meistern.

Pitlochry – Die schottischte Stadt

Ja gut, sieht schon schick aus hier. Schöne Häuser, nette Läden und Restaurants. In dem Städtchen lässt es sich aushalten und so drehen wir gemütlich eine Runde durch die Straßen und erkunden den Ort. Ein herrlicher Frühlingstag, überall sprießt und blüht es.

Eine Attraktion der Stadt ist die Fischtreppe. Mussten wir natürlich anschauen. Damit die Lachse trotz des Stausees weiter kommen, gibt es 34 Becken in denen sie nach oben schwimmen können und so an der Staumauer vorbei gelangen.

Die Unterkunft in Pitlochry

Eine Nacht bleiben wir im B&B Annslea. Wir bekommen ein Zimmer im Gartenhaus und es ist wie immer super gemütlich und sauber. WiFi läuft auch top.
Die Übernachtung kostet 74£ (€ 83) mit Frühstück.

Killiecrankie Walk

Am nächsten Morgen fahren wir ein Stück zurück, zum Killiecrankie National Trust Visitor Centre. Wir sind ein Stück im Wald gewandert und haben den Soldier’s Leap gesehen. Die Stelle, wo ein Soldat über eine 5,5 m breite Stelle über den Fluss vor den Jakobinern geflüchtet ist. Man läuft am Fluss und einem Eisenbahn Viadukt entlang und die Landschaft sieht echt schön aus.

Blair Castle und Gardens

Danach ging es weiter zum Blair Castle und Gardens. Die 11£ (€ 12) Eintritt pro Person lohnen sich. Schon alleine die Eingangshalle ist ein Blickfang. Überall sind Waffen aufgehängt, sieht beeindruckend aus. Viele Jagdtrophäen hängen rum, sogar einen Sessel aus Hirschgeweih gibt es. Prunkvolle Zimmer und einen Ballsaal kann man durchlaufen. Auf alle Fälle sehenswert, nur Fotos machen darf man wie bereits in den anderen Schlössern die wir besichtigt haben keine.
Zur vollen Stunde spielt vor dem Schloss ein Dudelsackspieler. Auch toll. Der dazugehörigen Herkules Garten ist weniger spektakulär.

Wir sitzen im Auto und machen uns auf zur letzten Station unseres Schottland Roadtrips. Wir freuen uns schon auf Edinburgh. Judith zückt ihr Smartphone, tippt kurz darauf rum und wenig später singen wir beide zusammen mit Sir Elton John: „I’m still standing (Yeah yeah yeah) / I’m still standing (Yeah yeah yeah)“.

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