Da stehen wir nun am Straßenrand, in einer dicken Suppe aus Nebel, der Minivan hat uns soeben hier abgesetzt. Von Kota Kinabalu aus fährt man mit einem dieser Kleinbusse ca. 2 Stunden hoch zum Mount Kinabalu Park Eingang. Fixe Abfahrtszeiten gibt es keine, gestartet wird sobald alle Plätze besetzt sind, Fahrpreis mit Gepäck 25 MYR (€ 5,50).
Das letzte Stück zu unserer Unterkunft müssen wir zu Fuß hochlaufen, aber die Mühe lohnt sich, die Kinabalu Mt. Lodge liegt am Ende der Straße, mitten im Regenwald und ringsum nichts anderes als Natur. Wohin man sieht, dicht bewachsener Wald, der älteste der Welt mit 130 Mio. Jahre, UNESCO Weltnaturerbe und Heimat von mehreren tausend verschiedenen Tier- und Pflanzenspezies. Ein Hotspot an Biodiversität und ein Paradies für Wissenschaftler.

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Die Unterkunft
Drei Nächte blieben wir in der wunderbaren Kinabalu Mountain Lodge. Geschlafen wurde im Gemeinschaftsraum, in einer Box mit Vorhang, Licht und Strom.
Toiletten und Duschen sind reichlich vorhanden, warm Wasser dagegen weniger, regt dafür die Durchblutung an. Wenn das Wetter mitspielt, dann hat man in der Nacht einen unglaublichen Blick auf den Sternenhimmel. WiFi gibt es hier nicht.
Preis pro Nacht 56 MYR (€ 12), inkl. Frühstück.

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Schmetterlinge der Nacht
Am Abend sitzen wir auf der Veranda der Lodge, trinken Tee, und sehen den Nebelschwaden zu, wie sie über die Hänge ziehen. Wir haben unsere Jacken übergezogen, hier auf 1500 m Höhe kann es ganz schön kalt werden. Ein älterer Herr tritt neben uns, er reicht uns die Hand und stellt sich vor. Stephen ist Wissenschaftler, er kommt immer zu Neumond hier hoch um Motten zu sammeln. Es gibt Arten die kommen nur hier vor und vor allem die kleinen davon erforscht er.
Uns ist bereits aufgefallen, dass an den Wänden jede Menge Falter sitzen, kleine kaum größer als ein Fingernagel, aber auch richtig große, größer als eine Hand, die wir bisher noch nie gesehen haben.

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Sobald das Tageslicht erlischt und die Lampen eingeschaltet werden, bricht auf der Terrasse Chaos aus. Die Motten fliegen scheinbar unkontrolliert umher und wenn einem schon eine davon im Zimmer nervt, dann sollte man sich hunderte davon vorstellen die wild umher schwirren und sich auch mal in den Jackenkragen verirren.
Stephen stört das alles nicht, ruhig und gelassen holt er sich einen Falter nach dem anderen von der Wand und verfrachtet ihn in einen Behälter. Er erklärt uns, dass man an Motten die klimatischen Veränderungen sehen kann, Arten die es früher bei ihm zu Hause in England nicht gab, findet man heute dort.

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Diese Art findet man auch in Europa, sie legt kilometerweite Wege von Afrika bis zu uns zurück und nutzt dabei die thermische Winde.

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In einem, mit englischem Akzent angehauchten deutsch, sagt Stephen zu uns: „Das sind die Schmetterlinge der Nacht.“.
So gesehen und bei näherer Betrachtung mit den Erklärungen von ihm, finden wir die Falter gar nicht mehr so ekelhaft wie sie uns bisher erschienen.
Wer mehr über Stephen’s Arbeit wissen möchte, hier geht es zu seiner Website.

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Mount Kinabalu Park
Die wenigsten Besucher kommen hier hoch wegen der Motten, vielmehr ist der Mount Kinabalu Park im Mittelpunkt des Interesses. Der liegt nur 2 km von der Unterkunft entfernt und kann locker zu Fuß erreicht werden. Gleich vorweg, wir haben den höchsten Berg Südost-Asiens nicht bestiegen, sondern waren nur auf ein paar der Trackingpfade unterwegs und haben den botanischen Garten besichtigt. Es war schon irgendwie toll durch den ältesten Regenwald der Welt zu wandern, aber so richtig umgehauen hat es uns nun nicht. Keine Riesenbäume, keine exotischen Tiere, keine atemberaubende Aussicht. Vielleicht sind wir aber auch einfach nur auf den falschen Wegen unterwegs gewesen
Für den Nationalpark wird ein Eintritt von 15 MYR (€ 3,30) fällig.

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Botanischer Garten
Eigentlich nur ein Stück abgezäunter Regenwald mit ein paar Erklärungsschildern. Eintritt 5 MYR (€ 1,10).

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Große Blüten und Heiße Quellen
Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Minivan nach Poring, einfach vor das Kinabalu Park Headquaters stellen und wartet bis einer kommt.
Zu unserer Überraschung wiesen an der Endstation schon Transparente darauf hin, dass hier Rafflesien blühen und gleich fünf davon. Nachdem wir 20 MYR (€ 4,40) Eintritt bezahlt haben, wurden wir mit einem Auto zu den Blüten gebracht. Zwar blühten nur mehr drei davon aber wir konnten uns trotzdem glücklich schätzen so viele auf einen Haufen zu sehen. Rafflesien blühen nämlich nur 5 Tage lang, alle 9 Monate. Es ist die größte Blüte der Welt, ihr Duft ist allerdings alles andere als angenehm, riecht sie doch stark nach Aas.

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Canopywalk
Bevor man in das Gelände kann, wird nochmal Eintritt zum Nationalpark fällig, 15 MYR (€ 3,30). Danach ging es zum Canopywalk, der nochmal 5 MYR (€ 1,10) kostet und für die Kamera kommen nochmal 5 MYR dazu.
Dann kann man endlich rauf in die Baumkronen gehen und über Hängebrücken, die verdammt wackelig sind, in Höhen von bis zu 45 m den Regenwald betrachten. Zwar etwas kurz aber dennoch ein interessantes Vergnügen.

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Poring Hot Spring
Zu guter Letzt ließen wir uns noch ein heißes Bad ein und entspannten uns, bevor es wieder zurück in die Mountain Lodge ging. Der Eintritt ist im Preis für den Nationalpark inbegriffen.

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