Annyeong haseyo Busan!

Da sitzen wir nun, kurz nach unserer Ankunft in Busan, in einem Restaurant. Zwischen uns ragt ein Saugrohr von der Decke und in der Mitte vom Tisch befindet sich ein Grill. Das Feuer lodert und die Kellnerin schafft jede Menge kleiner Schalen mit unbekannten Beilagen heran. Dann legt sie das Fleisch auf den Rost, um es nach kurzer Zeit mit einer Zange zu fassen und es mit einer Schere in kleine Stücke aufzuschneiden. Während das Fleisch fertig gegrillt wird und der Käse im Seitenrand der Grillplatte anfängt zu schmelzen, läuft uns das Wasser im Mund zusammen.
Bulgogi heißt die koreanische BBQ Variante und es gibt ganze Straßenzüge voll mit solchen Restaurants. Wir sind einfach in eines rein und mussten schnell feststellen, hier in Korea kommt man mit der englischen Sprache nicht recht weit. Menüs nicht entzifferbar und Bilder gibt es auch nicht. Aber alles halb so wild, Verständigung mit Hand und Fuß und WhatsApp Emoticons klappt auch hier.
Einen Tisch weiter sitzen zwei Geschäftsmänner und lassen es sich ebenfalls schmecken. Ein wenig Small Talk und schon reicht er uns einen Löffel seiner Suppe. Verdammt ist die scharf! Fünf Minuten später laden sie uns eine Portion einer Eierspeise rüber. Köstlich!
Mit den eisernen Essstäbchen tunken wir das Fleisch in den Käse und lassen es uns schmecken. Natürlich probieren wir auch die koreanische Methode, nehmen ein Salatblatt in eine Hand, legen ein Stück Fleisch rein und füllen es mit weiteren Beilagen. Eine davon, Kimchi darf keinesfalls fehlen (fermentierte Chinakohlblätter gut gewürzt). Dann wird das Blatt zusammengelegt in den Mund geschoben und genossen.
Zügelt eure Gäumen, wir haben noch ein paar Dinge zu klären.

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Abreise, Einreise und Visum
Wir verließen Japan über den Wasserweg. Mit der langsamen Fähre kommt man in ca. 6 Stunden von Fukuoka nach Busan und bezahlt dafür inkl. Steuern und Treibstoff 10000 Yen. Für etwas mehr Geld kann man mit der Beetle-Fähre in 3 Stunden die Überfahrt bewältigen.
Die Abteile sind super gemütlich, da man nicht sitzen muss, sondern hat eine Matte und kann sich niederlegen.

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Am Hafen von Busan angelangt, läuft dann das ganze Einreiseprozedere recht entspannt ab. Foto, Fingerabdrücke und schon hat man den Stempel für 90 Tage Aufenthalt im Reisepass.
Bevor man das Gebäude verlässt, kann man am ATM Geld abheben, hier funktionieren Bancomatkarten.

Unterkunft
Eine Art der Unterkunft die wir in Japan nicht getestet haben sind Love Motels, Stundenhotels würde man bei uns sagen. Also probieren wir es eben in Südkorea.
Vier Nächte waren wir im K2 Motel und was soll man sagen, es war top. Das Zimmer war so riesig, daraus hätte man eine kleine Wohnung machen könne. Bett und Sofa waren schon da, dazu ein gigantischer Flat-TV und ein PC. Im Badezimmer gab es einen Whirlpool und im Raum daneben eine Toilette mit Arschdusche und -föhn.
WiFi war sauschnell und was macht man wenn man einen PC, schnelles Internet und einen Riesenfernseher im Zimmer hat? Richtig, man schaut sich eine Serie an. Wir entschieden uns für Orange is the new Black. Keine Überserie aber ganz nett.
Kosten: 38000 Won/Nacht

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Von A nach B kommen
Busan hat eine Metro, juhu und man kann sich ein Tagesticket kaufen. Damit kommt man auch ganz gut rum, für ein paar Locations ist man aber auf den Bus angewiesen.
Mit der App MetroMan Busan und Google Maps läuft auch hier die Orientierung problemlos.

Busan Museum & UN Memorial Cemetery
Wenn man bei der Metro Station Daeyeon aussteigt und Richtung UN Friedhof geht, kommt man zuerst beim Busan Museum vorbei wo man einen geschichtlichen Einblick über die Stadt erhält. Der UN-Gedenkfriedhof und der Friedenspark ehren die UN-Soldaten aus 16 Ländern, die im Korea-Krieg 1950-1953 im Kampf gefallen sind.
Eintritt ist für beide Sehenswürdigkeiten kostenlos.

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Igidae Park – Küstenwanderung
Danach sind wir den langen Weg Richtung Igidae Park gegangen. Wir haben es mit dem Bus versucht, sind aber gescheitert und durften noch mehr Wegstrecke zurücklegen (kann irgend jemand bitte verständliche Busfahrpläne entwickeln, also so benutzerfreundlich wie Metropläne).
Die Wanderung an der Küste entlang war den Antrittsweg aber allemal wert und am Ende konnte man dann über eine Glasbodenbrücke spazieren. (Glasböden sind sowieso der letzte Schrei in Asien)
Zurück haben wir es dann tatsächlich mit dem Bus geschafft. Mit Bus Nr. 2-1 ging es zur Metrostation Kyunsung Univ. & Pukyong Nat’l Univ zurück.

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Jagalchi Market
Busan hat einen sehenswerten Fischmarkt und wer Lust auf frisches Meeresgetier hat, der kann sich in der Halle aus den Aquarien sein späteres Essen aussuchen.

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Busan Gamcheon Culture Village
Eines der Highlights in Busan ist das Gamcheon Culture Village. Die Ortschaft, mit den bunten Häusern, sieht aus wie die Favelas in Brasilien, ist aber kein Slum und hat weder Drogen noch Gewaltprobleme. Im Infogebäude am Eingang kann man sich eine Karte besorgen (2000 Won) und eine Route ablaufen und an versch. Stationen Stempel sammeln. Als kleine Belohnung bekommt man zwei Postkarten dafür. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, man bekommt tolle Ausblicke auf das Dorf.
Anfahrt: Mit der Metro geht es bis zur Station Toseong und dort nimmt man Exit 8. Man geht dann vor bis zur nächsten Kreuzung, geht rechts rauf zum PNU Cancer Center. Dort nimmt man den Minibus Nr. 2 bis ganz hoch zum Dorfeingang.

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Samgwangsa Temple
An der Bushaltestelle haben wir einen älteren Herrn getroffen der in der Nähe vom Tempel wohnt. Der hat uns dann das Stück rauf begleitet, uns oben noch rumgeführt, ein Buch über den Tempel besorgt und zum Abschied noch ein Eis gekauft. Wir bedanken uns vielmals.
Anfahrt: Metro Station Seomyeon, Exit 11. Danach Bus Nr.5 oder Nr. 81 nehmen. Am besten den Busfahrer fragen wann man raus muss.

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Stadt
Auf einem Hügel, den man Dank Rolltreppen leicht erklimmen kann, steht der Busan Tower. Dessen Form gleicht einer Laterne. In der Nähe vom Busan Tower findet man den BIFF Square, das Kino und Theater Viertel und die 40 Steps, ein altes Viertel in der Stadt.
In Busan gibt es jede Menge Shopping Malls, darunter auch die größte der Welt (Shinsegae Centum City Department Store). Davor prangt die Guinness World Records Plakette. Wir waren kurz drin, sind dann aber auf das Dach der Lotte Shopping Mall gleich daneben. Nichts geht über eine gute Aussicht.
Gewohnt wird in hier in riesigen Wohnhäusern die dicht nebeneinander stehen. Auf jedem steht eine große Nummer an der Seite. Sieht aber keinesfalls heruntergekommen aus, sondern sauber und ordentlich.

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Küstenwanderung zum APEC Conference Center
Der Haeundae Beach ist nicht nur der schönste und beliebteste Strand in ganz Korea, hier kann man auch der Küste entlang zum APEC Conference Center wandern. Ein wunderbar angelegter Weg, den man vor Sonnenuntergang antreten sollte, um dann bei besten Lichtverhältnissen am APEC Conference Center den Ausblick auf die Stadt zu genießen.

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Wer hätte das gedacht, Südkorea konnte uns schon in den ersten Tagen überzeugen. Vor allem das Essen ist der Hit, wieso hat denn das vorher nie jemand gesagt? Wir haben jedenfalls jetzt schon 3 BBQs hinter uns.

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