Zwei Gringos in Chicago

„Öhm, sorry señora. Scusi but we, I meen, que no hablan español“, stammeln wir in unserem besten spanisch vor uns hin, während wir am Esstisch in der Küche unserer AirBnb Unterkunft sitzen und die Großmutter des Gastgebers ununterbrochen auf uns einredet. Muchacha und irgendwas mit Chilli verstehen wir, alles andere ist uns schleierhaft. Sie scheint sich zu amüsieren, würden wir uns auch, wenn wir zwei verdutze Gringos in der Wohnung sitzen hätten. Keine Sorge, ihr habt nichts verpasst, wir sind nicht plötzlich in Mexiko gelandet, sondern haben es tatsächlich geschafft und sind in Chicago angekommen.

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USA Roadtrip
Für die Statistiker unter euch, der Roadtrip von Las Vegas nach Chicago in Zahlen gefasst:
– 21 Tage
– 6350 km
– 10 Bundesstaaten
– 3 Zeitzonen
– 7 Nationalparks
– 3 National Monuments

Schlafen
– 9 Motels
– 1 Campingplatz (Auto)
– 10 Parkplätze (Auto)

Fette Scheisse! Anders kann man das nicht ausdrücken, es war der Hammer, die pure Freiheit.

Und nun haben wir in einem Vorort von Illinois Haupstadt Quartier bezogen. Nachdem wir das Auto am Flughafen abgegeben haben, sind wir durch das Viertel gestreift und stellten recht schnell fest, wir sind in einer mexikanischen Siedlung gelandet. Hier gibt es Supermercados, Mecánicos und himmlische Burritos, dazu Mandarinensaft. Ein Gedicht.

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Wir sitzen immer noch am Esstisch bei der mexikanischen Gastfamilie und warten darauf, dass der Reis fertig kocht. Der hängt uns zwar schon zum Hals raus, aber hey, er macht satt. Dann, kurz bevor wir den Thunfisch unter die weißen Körner mischen wollen, kommt die Gastmutter von draussen in den Raum gewirbelt, stellt eine Schüssel voll Fleisch, Würste und Folienkartoffeln auf den Tisch, schaut in die verdutzten Gringogesichter, denen der Speichel beinahe aus allen Öffnungen zu quillen droht und sagt die wunderbaren Worte: „Greift zu, nehmt so viel ihr schafft!“. Wir schaffen einiges, essen uns pappsatt. Die Großmutter kommt nochmal vorbei, wir zeigen auf das Essen und stottern ein „es muy bueno“ hervor. Sie lächelt uns an und denkt wohl, diese Gringos.

Die Unterkunft
Vier Nächte verbringen wir in einer AirBnB Unterkunft in Chicago bei einer mexikanischen Familie. Das Haus befindet sich etwa 20 Minuten ausserhalb der Stadt, aber bis zur nächsten Metro Station sind es nur 400 Meter. Das Zimmer ist sauber, hat ein Stockbett und darunter steht ein TV mit Netflix. Super gemütlich hier.
Preis pro Nacht 46 USD (€ 41,50).

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Von A nach B kommen
Geht am besten mit der Metro. Wir haben uns ein 3 Tagesticket, für 20 USD (€ 17,80), am Automaten gezogen und konnten so unbegrenzt oft damit fahren. Da weite Teile der Metro oberirdisch sind, kann man damit auch eine kleine Sightseeing Tour machen.

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Die Stadt
Mit 2,7 Mio. Einwohnern ist Chicago die drittgrößte Stadt der Vereinigten Staaten. Die Innenstadt, Chicago Loop, mit den Hochhäusern, fanden wir eigentlich nicht sehr groß und es gibt irgendwie auch nicht den einen zentralen Platz, sie besticht aber durch eine wunderbare Architektur. Zwischen den Skyscraperns aus Glas und Metall gibt es wunderbare ältere Gebäude aus den 1920er und 30er teilweise im Art Deco Stil. Al Capone, der alte Gangster, hat sich hier wahrlich nicht die schlechteste Stadt für seine Geschäfte ausgesucht.

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Chicago River
Durch Chicago zieht sich der Chicago River, an dessen Promenade lässt es sich gemütlich entlang spazieren und den Blick auf die Hochhäuser und Schiffe genießen. Einen tollen Blick hat man ebenfalls von der Michigan Bridge aus.
Fun Fact: Seit 1962 lässt der Installateursverband von Chicago den Fluss jedes Jahr am St. Patrick’s Day mittels eines Farbstoffs grün einfärben.

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Millenium Park und Cloud Gate
Am Rande des Chicago Loop befindet sich der Millenium Park. Es gibt einige Grünflächen, eine große Open Air Bühne und das Cloud Gate. Von den Einheimischen auch The Big Bean genannt, eine überdimensionale Metallbohne auf dessen Oberfläche sich die Umgebung spiegelt und man sich in die Krümmung in der Unterseite stellen kann. Sieht echt genial aus.

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Wiedersehen mit der Route 66. Hier beginnt, bzw. endet die Mutter aller Straßen. Das Schild befindet sich in der Nähe vom Cloude Gate und zwar genau hier: Begin Historic Route 66.

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Chicago Botanic Garden
Etwas ausserhalb der Stadt befindet sich der Chicago Botanic Garden. Bei freiem Eintritt kann man in dem großen Gewächshaus verschiedene Gartenwelten besichtigen.
Anfahrt: Nahe der Braeside Metra Train Station, North Line

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Buckingham Fountain
Wem Al Bundy und seine schrecklich nette Familie ein Begriff sind, der dürfte dieser Springbrunnen bekannt sein. Immer im Vorspann zu sehen und nun stehen wir vor diesem Stück TV Geschichte.

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Navy Pier
Am Navy Pier gibt es neben einem Einkaufszentrum, Food Court und Schifffahrtsmöglichkeit auf dem Lake Michigan, noch eine tolle Aussicht auf die Skyline von Chicago.

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Theater District
Neben New York besitzt Chicago eine der lebendigsten Theaterszenen in den USA. Wir haben uns zwar kein Stück angesehen, der Theater District mit dem Chicago Theater ist aber schon von außen und am Abend einen Abstecher wert.

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Kneipen Stopp
Wenn einem schon ein Schild andeutet: „Stop & Drink“, dann wollten wir uns dem auch nicht wiedersetzen und faden uns flugs darauf im Clark Street Ale House. Gemütliche Kneipe mit einer großen Auswahl an Bieren und Whiskeys. Hier muss jeder seinen Ausweis vorzeigen, ob er denn schon alt genug zum Trinken ist. Etwas anderes als Alkohol sucht man auf der Karte vergeblich.
Für 7 USD (€ 6,25) gibt es ein Probierset, bei dem man sich 3 Biere aussuchen kann. Popcorn gibt es so viel der Gaumen verträgt und das frei Haus.

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Nach der Prohibition war das Berghoff die erste Bar in der Stadt, die wieder legal Alkohol ausschenken durfte. Wir kamen am Abend zufällig daran vorbei, unsere Durst war allerdings schon gestillt.

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Chinatown
Ein Chinatown darf natürlich auch in Chicago nicht fehlen. Wir haben uns in einem der Läden noch schnell einen Koffer gekauft, mittlerweile haben wir mit den Schlafsäcken, dem Campingkocher und Souvenirs, so viele zusätzliche Dinge, dass unsere Rucksäcke total überquellen.

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Goodbye USA
33 Tage USA liegen hinter uns. Angefangen mit Oahu, einer Perle von Hawaii Insel, auf der wir uns rund um wohl gefühlt haben. Weiter ging es nach Las Vegas, der verrückten Zockerstadt, in der wir im letzten Moment noch unsere herben Spielverluste auf Null ausgleichen konnten. Danach begann unser mega Roadtrip quer durch das Land, ein Stück der legendären Route 66 entlang und dann ein Nationalpark Marathon mit einer Naturschönheit die sich kaum in Worten fassen lässt.
Vor allem die Parks hatten uns mehr als überrascht, denn die USA waren für uns vor allem mit Begriffen wie Fast Food, dicke Leute und große Städte verknüpft. Wie gut dass wir unsere anfängliche Route über den Haufen geworfen haben, um uns die einmaligen Naturparks anzusehen.
Die USA sind definitiv kein billiges Reiseziel, aber allemal wert erkundet zu werden und wenn man ein paar Tage im Auto verbringt und sich selbst versorgt, dann kann man damit einige Dollar sparen. Wir kommen sicher wieder, es gibt noch einige Parks die wir uns ansehen wollen.

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2 comments on “Zwei Gringos in ChicagoAdd yours →

  1. Hallo Judith und Alex,
    das sind ja ganz tolle Momentaufnahmen – von dem Pärchen oder dem Straßenmusiker beispielsweise. Das lässt Chicago-Erinnerungen aufleben. Ich bin damals nachts zurück geflogen, sodass ich Blick auf das beleuchtete Gitterstraßensystem aus dem Flieger hatte. Eure Bilder bei Tag aus der Vogelperspektive sind ziemlich gut getroffen.
    Viele Grüße,
    Stefaie

    1. Hi Stefanie,
      danke dir! Chicago ist eine tolle Stadt zum Fotografieren, hat uns sehr gut gefallen.
      Die Metropole am Abend mit all den Lichtern von oben zu sehen, wäre natürlich nochmal ein Highlight gewesen. Muss super aussehen.

      Liebe Grüße,
      Judith & Alex

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