Die ganz großen Namen unter den USA Nationalparks waren uns bekannt, der Grand Canyon natürlich, Yellowstone, Yosemite, die Everglades in Florida und noch ein paar andere. Aber der Zion National Park in Utah, von dem haben wir noch nie etwas gehört. Machte nichts, wir fuhren trotzdem hin, schließlich wurde er uns von jemanden empfohlen und man reist ja schließlich um neues für sich zu entdecken. So fuhren wir also komplett erwartungsfrei zum Zion, haben uns im Voraus gar nicht groß vorbereitet und mussten am Ende feststellen, der Park hat einfach mal alles übertroffen was wir uns eh nicht vorstellen hätten können.

Coral Pink Sand Dunes State Park
Auf dem Weg zum Zion National Park machten wir noch einen Abstecher zum Coral Pink Sand Dunes State Park. In dem Park gilt die Jahreskarte leider nicht, so wurden 8 USD (€ 7,30) fällig. Dafür kann man die Dünenlandschaft von einer Aussichtsplattform besichtigen und von dort aus über die Sandhügel wandern.

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Die Fahrt zum Zion National Park
Stell dir vor, du stehst in einer Eisdiele und siehst dir die aufgetürmten Berge von Eis an die hinter der Vitrine stehen. Die cremigen Haufen, die so aussehen als wären sie beim Zerlaufen erstarrt. Genauso kommen uns die Felsformationen vor, durch die wir im Zion National Park fahren, zu Stein gewordene Eisberge. Fasst hätten wir daran geleckt, so toll sah es dort aus.

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Wir passieren die Mauthäuser beim Parkeingang (30 USD / € 27), durchqueren den Mt. Carmel Tunnel und als wir auf der anderen Seite rauskommen, blicken wir auf ein Tal zu dessen Seiten, rechts wie links, steile Berge hochragen deren Wände so aussehen als hätte sich ein Steinmetz daran zu schaffen gemacht und sie so weit das Auge reicht abgeschliffen.
Da im Park selbst alle Parkplätze besetzt waren, sind wir nach Springdale gefahren, was kurz hinterm Südeingang liegt. Dort haben wir unser Auto bei der Bibliothek abgestellt und sind mit dem gratis Parkshuttle wieder zurück reingefahren.

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Angels Landing Trail
Am späten Nachmittag machen wir uns dann auf, den 1765 m hohen Angels Landing zu besteigen. Ein 4,35 km langer Weg und ein Höhenunterschied von 450 m liegt vor uns und bereits zu Beginn des Trails kann man die herrliche Aussicht ins Tal genießen. Über einen gut ausgebauten Weg geht es die ersten paar Kilometer rein in eine Schlucht, um dann über mehrere Kehren schnell an Höhe zu gewinnen.

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Blick auf den Great White Throne (2063 m). Der helle Felsenturm aus Navajo-Sandstein, dient häufig als Symbol für den Zion Nationalpark.

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Bis zum Scout Landing war es noch sehr einfach zu gelangen, aber dann fängt der Nervenkitzel erst richtig an. Personen mit Höhenangst, schlechtem Schuhwerk oder die sich physisch und psychisch sonst irgendwie nicht darüber hinaussehen einen steilen und schmalen Weg zu gehen, sollten hier besser Schluss machen. Bei Regen, Gewitter und heftigem Wind wird vor dem Betreten des Trails gewarnt. Seit 2004 sind hier sechs Personen in den Tod gestürzt, es ist also wirklich kein Kinderspiel hier hoch zu gehen.
Der letzte Kilometer auf dem Gipfel hat es nämlich echt in sich. Der schmale Grat, den man teilweise klettern muss, ist an manchen Stellen gerade mal 2 Meter breit und an beiden Seiten geht es senkrecht in die Tiefe. Es gibt eine Kette an der man sich festhalten kann, um wenigstens ein klein wenig an Sicherheit zu haben. Aber ab und zu wird auch uns wirklich mulmig zu mute, so nahe am Abgrund haben wir uns selten bewegt und dass einem immer wieder Leute entgegenkommen und man irgendwie Platz machen muss, macht dieses waghalsige Unterfangen auch nicht einfacher.

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Als wir dann meinen oben angekommen zu sein, wird der Weg nur noch steiler und gefühlt enger. Wir ziehen uns an der Ketten Stück für Stück hoch und stehen schlussendlich nach 1 Stunde und 20 Minuten am Gipfel des Angels Landing. Ein überwältigendes Gefühl diesen krassen Weg geschafft zu haben und nun vor dieser umwerfenden Bergkulisse zu stehen, rechts und links fallen die Flanken 500 Meter vertikal in die Tiefe und dort unten können wir auf die große Flusschlinge des Virgin River Blicken.

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Den selben Weg wie rauf muss man dann auch wieder runter nehmen. War dann aber nicht mal halb so schlimm wie hoch zu kommen und wir konnten die Gratwanderung nun schon eher genießen. Nach 1 Stunde waren wir dann wieder unten angelangt und können ohne jeden Zweifel behaupten, dass sich jede einzelne Schweissperle ausgezahlt hat, für das Gefühl oben angekommen zu sein und den atemberaubenden Blick über das Tal zu sehen. Ein Weltklasse Trail!

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Zum Trail: Um auf den Angels Landing zu gelangen, steigt man bei der „The Grotto“ Haltestelle aus und folgt dann der Beschilderung. Wir haben für hin und retour, reine Gehzeit, ca. 2,5 Stunden benötigt. Unbedingt festes Schuhwerk, etwas zu Essen und genügend Wasser mitnehmen. Da der Trail stark der Sonne ausgesetzt ist, sollte man sich nicht unbedingt in der Mittagshitze dort hoch quälen.
Konditionell fanden wir den Weg nicht unbedingt anstrengend, dafür sollte man aber Mental mit Höhe zurecht kommen, ansonsten wir das zur Mission impossible.
 

Court of the Patriarchs
Einfacher Trail mit tollem Blick auf die hochragenden Klippen der Patriarchs (Abraham, Isaac, Jacob Peaks, Mount Moroni und The Sentinel). Die Haltestelle „Court of the Patriarchs“ liegt auf dem Weg zu The Grotto.

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Die Unterkunft
Als wir am Abend nach unserer Angels Landing Tour zurück zum Auto kamen, machten wir keine großen Anstalten mehr und riskierten es einfach, packten unsere Schlafsäcke aus und verbrachten erneut eine Nacht in unserem Nissan Versa. Eine öffentliche Toilette ist in der Nähe und auf dem Gaskocher bereiten wir uns ein paar Nudeln. Die Temperaturen sind angenehm und wir finden es ist gar nicht schlecht hier, nur eine Dusche, das wäre uns jetzt ein Königreich wert.
Kosten für die Nacht 0 USD.

Uns bleibt heute nur mehr eine Katzenwäsche, dafür gibt es einen schönen Sonnenuntergang der den The Watchman wunderbar zum Leuchten bringt.

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Zion National Park – Nichts für schwache Nerven
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