Island – Das Ende naht

Das war sie also. Die letzte Nacht im Auto ist überstanden und so langsam haben wir echt den Dreh raus, in der kleinen Büchse, ein paar gute Stunden Schlaf zu bekommen. Die Sonne scheint durch die Scheiben des Wagens und wärmt den Innenraum. Wir ziehen die Schlafmasken von den Augen, pulen uns aus den Schlafsäcken und blicken einem wundervollen Tag entgegen. Eine Nacht liegt noch vor uns, bevor wir von dieser wunderbaren Insel Abschied nehmen müssen und da die nächste Unterkunft in Akranes in greifbarer Nähe liegt, nehmen wir dorthin noch einen Umweg in Kauf, denn so abgedroschen es auch klingen mag, der Weg ist auf dieser Reise schließlich das eigentliche Ziel.
Zu allererst kehren wir aber in Borgarnes in der super schönen N1 Tanke ein, besorgen uns zwei Tassen Tee, nutzen das Highspeed Internet, gönnen uns eine Katzenwäsche und ziehen zufrieden von Dannen.

Die Hraunfossar Wasserfälle
Der Umweg ist vor allem dem letzten Wasserfall geschuldet, den wir uns noch gern ansehen wollten. Die Hraunfossar Wasserfälle sind nicht wirklich hoch und tosend, aber wie sie scheinbar einfach so aus den Felsen hervordringen, sieht schon echt toll aus.

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Die alte Kirche in Reykholt

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Die Unterkunft
Strahlte uns am Morgen noch die Sonne vom hellblauen Himmel an, wurde es im Laufe des Tages immer dusterer. Gerade rechtzeitig bevor ein stattlicher Wolkenbruch über uns herabging, kamen wir in unserer Unterkunft, dem Kirkjuhvoll Guesthouse, in Akranes an. Großes Haus, mit im Untergeschoss liegenden Zimmern. Alles neu und schön und wir fühlen uns sofort wohl hier. WiFi läuft ebenfalls bestens.
Preis pro Nacht 10095 ISK (€ 72).

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Leider gibt es keine Küche, wir bekommen aber freundlicherweise einen Topf geliehen, suchten uns vor dem Haus einen trocken Unterstand, schmissen den Gaskocher an und machten die gefühlt 1000ste Portion Nudel auf dieser Reise. Am Abend lief noch die Fußball EM und währenddessen hieß es Rucksäcke und Koffer für die anstehende Abreise packen.

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Reykjavik – Islands Hauptstadt
Der letzte Tag ist angebrochen, der Regen abgeklungen und wir machen uns wieder auf, um die allerletzten Kilometer anzutreten. Waren uns gestern Umwege noch billig und recht, so verzichten wir heute darauf und nehmen den Hvalfjarðargöng Tunnel (Maut: 1000 ISK / € 7) um direkt und ohne Fjordumfahrungen nach Reykjavik zu gelangen.

Tipp: Es sei nochmal darauf hingewiesen, dass unbenutzte Gaskartuschen für den Campingkocher zurückgegeben werden können. Im BYKO Heimwerkermarkt konnten wir so, zwei nicht verwendete Kartuschen gegen Bares umtauschen und hatten wieder 1088 ISK (€ 8) mehr in der Tasche.

Sonntags kann man in der Hauptstadt kostenlos parken und so stellen wir unseren Wagen irgendwo im Zentrum ab und erkunden das bunte Städtchen mit seinen vielen alternativen Läden und Bars, vegetarischen Restaurants und tatsächlich geschmackvollen Souvenirläden.

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Die Hallgrímskirkja Kirche
Die Kirche sieht von außen sehr ungewöhnlich für ein Gotteshaus aus, dafür ist sie innen recht schlicht eingerichtet.
Die aneinandergereihten Betonpfeiler sollen an Basaltsäulen erinnern, die in der isländischen Natur häufig vorkommen.

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Hot Dog essen
In Toronto (Kanada), gab uns unsere Gastgeberin den Tipp, wir sollten unbedingt einen Hot Dog in Island essen, das sollen die allerbesten sein. Tja, nun stehen wir also vor der vermeintlich besten Hot Dog Bude des Landes (Bæjarins Beztu Pylsur [64.148239, -21.937832]), haben uns in der langen Schlange eingereiht und können unsere Gaumenvorfreude kaum zügeln.

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Und was soll man sagen, noch nie hat eine schnöde Wurst im Brötchen so gut geschmeckt wie das hier. Garniert mit gerösteten und normalen Zwiebelstücken, dazu eine herrliche Sauce. Vielleicht lag es auch daran, endlich etwas anderes als Nudeln zwischen die Kiemen zu bekommen, aber in jenem Moment entfachte dieser isländische Hot Dog (420 ISK / € 3) ein Feuerwerk in unseren Mündern.

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Baden in der Blue Lagoon
Es geht raus aus der Stadt und rein in die warme blaue Lagune. Der Eintrittspreis lässt uns erstmal schlucken, schon allein das Standardpaket kostet 6100 ISK (€ 45) pro Person aber man gönnt sich ja sonst nichts. Da es nur begrenzte Plätze gibt, sollte man am besten vorher online reservieren. Wussten wir natürlich nicht, eine Mitarbeiterin hatte jedoch erbarmen mit uns, drückte beide Augen zu und lies uns durch das Drehkreuz entwischen.

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Das blaue Wasser zwischen dem Lavagestein sieht echt cool aus und ist angenehm warm. Ab und an bekommt man eine heiße Strömung zu spüren oder ein Schwall Schwefelgeruch durchdringt die Luft, aber alles im allem ist es einfach herrlich hier. Dazu gibt es noch eine Dampf- und Finnische Sauna.
Im Packet enthalten ist auch die Silica Mud Mask. Mit dem Schlamm cremt man sich das Gesicht und die Schultern ein und lässt es 15 Minuten einziehen. Wenn man dann schon mal so doof aussieht, dann kann man sich auch noch von einem Mitarbeiter ein Erinnerungsfoto machen lassen. Die stehen am Beckenrand mit Tablets und senden die Bilder dann per Mail zu.

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Wir haben es geschafft, haben Island einmal über die Ringstraße und ein paar Nebenstraßen umrundet und unser Auto, nach 11 Tagen und 2669 km, unbeschadet wieder bei ProCar abgegeben.
In ein paar Stunden wird uns der letzte Flug wieder zurück auf das europäische Festland führen und damit an das Ende unserer Weltreise. Ein Handvoll Tage bleiben uns dann noch, ehe wir wieder in die Gesichter unserer Familien und Freunde blicken können.
Noch ist aber nicht soweit, noch drehen sich unsere Gedanken an den soeben beendeten Roadtrip, um all die wunderschönen Wasserfälle, die traumhafte Landschaft, Vulkane, Gletscher, Eisberge, die einsamen Stunden, die scheinbar unendlich langen Tag und das Gefühl von grenzenloser Freiheit.
Wie so viele andere, hat auch uns Island in seinen Bann gezogen. Für den schmalen Geldbeutel ist die Insel eigentlich nicht besonders gut geeignet, wenn man aber einiges an Komfort weglässt, Proviant und Kochequipment mitbringt, dann lässt sich ziemlich was sparen und wir sind überglücklich das Land aus Eis und Feuer bereist zu haben. Ein großartiger Abschluss, der uns ewig in Erinnerung bleiben wird.

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